Dali - Die Spinnenstadt
Ich muss die Überschriften etwas reißerischer gestalten, damit ihr alle schön weiter meinen Blog lest und ich euch nicht nur an meinem Touri-Gewäsch langweilt…!Auf der Fahrt nach Dali haben wir im Bus eine sehr nette taiwanesische Reisegruppe kennegelernt, mit denen wir endlich mal die ominöse T(aiwan)-Frage aus einer anderen Sichtweise diskutieren konnten. Die allg. (prpagandabeeinflusste) Meinung der chin. Öffentlichkeit ist nämlich, dass sich die Taiwanesen nichts sehnlicher Wünschen als von China wieder reintegriert zu werden. Nach Informationen einem unserer chin. Reiseführer kommt jeden Abend auf CCTV4 eine Sendung in der das Thema “objektiv“ behandelt wird: In dieser Sendung wir kommuniziert, dass die tawainesische Bevölkerung extrem unzufrieden mit ihrer Regierung und der
wirtschaftlichen Entwicklung des Landes ist. Über die politische Gesinnung lässt sich streiten, aber über der Entwicklung ihrer Wirtschaft waren “unsere“ Taiwanesen sehr zufrieden – kann man ja auch sein, wenn man den kompletten Weltmarkt mit Computerchips beliefert. Nun aber zu Dali. Wir kamen recht spät abends an und fanden erst nach gut einer Stunde unsere Hostel, die es dann aber richtig in sich hatte. Ein drei-Bett-Dorm (ohne dritten Mann) mit Bad (inkl. Schüssel und nicht nur Loch) und dazu noch Internet for free für sage und schreibe 1€ die Nacht. Angesichts dieses Preis/Leistungsverhältnisses geht jedem Schwaben doch das Herz auf (und nicht der Geldbeutel). Eigentlich hatten wir für Dali volle 2 Tage veranschlagt, da wir aber langsam schon ein richtig gutes Tempo im Sehenswürdigkeiten besichtigen drauf hatten, blieben wir finally
nur einen Tag. Was nicht heißen soll, dass Dali nichts zu bieten hätte, denn hier stehen zum Beispiel die drei weltberühmten Pagoden die jeder wahrscheinlich schon einmal auf Bilder gesehen. Ausserdem besitzt Dali ähnlich wie Lijiang eine nette Altstadt und liegt direkt an einem rießigen See. Das beliebteste und praktischste Fortbewegungsmittel in Dali ist das Fahrrad. Also haben wir uns am morgen gleich eines gemietet und sind zum Lake ErHai gefahren, der uns ein bißchen an das schwäbische Meer erinnerte. Da das Wetter auch noch perfekt war und wir von unserer
abendlichen Fahrt etwas müde waren legten wir uns am Uferrand für zwei chillige Stunden in die Sonne. Auf dem Rückweg unserer kleinen Fahrradtour fuhren wir dann straight durch ein Reisfeld und konnten dabei den Bauern direkt bei der Arbeit bzw. Reisernte zu sehen. Was hierbei am meißten beeindruckte war, welch ein Aufwand das Weltnahrungsmittel Nr. 1 (mifán = Reis) bei der Ernte verursacht. Die Ernte findet erstens nur einmal im Jahr statt, der Felder müssen aber das ganze Jahr über umgegraben und bearbeitet werden. Wenn dann endlich Erntezeit ist, muss die Pflanze zuerst abgeschnitten, gebündelt und geöffnet werden, damit die Reiskörner aus der Halm herausgedroschen werden können. Danach muss der Reis getrocknet werden. Allerding befindet er sich dann immer noch in seiner Ummantelung, die irgendwann später auch noch entfernt
werden muss. “Von wegen und so, es interessiert in China keinen, wenn hier ein Sack Reis umfällt…!“ Nach dem Abendessen (dem besten Veggi Curry seit Thailand) und der Rückgabe unserer Fahrräder ging es dann im Nachtbus auf die Weiterreise nach Kunming. Neue Geschichten wie zum Beispiel von unseren überdimensionalen Betten im Nachtbus gibt es dann morgen wieder… - bis dahin macht et jut…! Euer MichaPS: Ich bin euch noch eine Erklärung für die Überschrift schludig – bitte nur weiterlesen und weiterschauen, wenn ihr keine Probleme mit sechs- oder achtbeinigen Tierchen habt! Schon in Lijiang ist uns die rießige Anzahl an Spinnen aufgefallen, aber was in dieser Hinsicht in Dali abging war richtig heftig. An jeder Laterne und an jedem Strommasten nisteten z.T. 100 (kein scheiss!!!) Spinnen, die von den Ausmaßen eher in die Wilhelma gehört hätten, als in die freie Natur. Demenstsprechend spannend war auch jede Durchfahrt durch eine solche Spinnen –Unterführung, aber natürlich ist rein gar nichts passiert und die lieben Tierchen waren die ganze Zeit viel mehr damit beschäftigt die ganzen Insekten wegzufressen, als die fahrradfahrenden Touris!

1 Comments:
Servus Micha
Ich schreib mal nen Kommentar, sonst denkst du echt noch, dass keine Sau deinen Blog liest.
Jedenfalls als alter Indonesien-Kenner muss ich sagen dass die dort bis zu 3 mal im Jahr Reis ernten. Kann da China soweit hinterher hinken, bzw. ist das Klima da so schlecht?
Gruß Achim
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Achim Karle, at 3:17 AM
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