Lijiang - Shilin - Stone Forrest
Los geht’s wie versprochen mit dem Erfahrungsbericht aus unserem Nachtbus, den wir von Dali nach Lijiang genommen haben und mit dem wir ca. 9h unterwegs waren. Das allein wäre nicht das Problem, aber die Betten im Bus waren der absolute Knaller. Aufgrund des chinesen-Benchmark waren die Betten ca. 1,50m lang und viel noch besser, ca. 50cm breit. Von Indien war ich ja noch einiges gewohnt, aber dass die Betten in einem ganz normalen Bus in dreier Reihen nebeneinander angeordnet sind, gab´s bisher nur in China. Morgens um 4Uhr kamen wir dann in
Kunming an und buchten sowohl eine Fahrt nach Shilin zum Stoneforrest und noch einen unglaublich schnellen Nachtzug nach Guilin (dazu später mehr). Nach 2h kamen wir am Steinwald an und mussten erstmal saftige 10€ Eintritt berappen – wenn man überlegt, dass ein Angestellter in Qingdao zwischen 100-150€ pro Monat verdient ist das schon recht heftig. Allerdings muss man sagen, dass alles super schön herausgeputzt war (siehe Bild mit dem See) und die Gärten rund um den Wald sehr gepflegt sind. Auch im Stoneforrest gaben wir uns nicht mit dem üblichen Touri
Programm ab, sondern machten es auf die harte Tour (…was ein Geschwätz!!!) Wir verbrachten geschlagene 5h damit wild in den Felsen herumzuklettern, was auch aufgrund des rießigen Schlitzi-Touri-Ansturm die einzige, weil ruhige Möglichkeit war die Landschaft zu genießen. An einem Aussichtspunkt mussten wir z.B. 30min warten, bis wir endlich auf die Pagode durften und das Warteverhalten der Chinesen in der Schlange erinnerte eher an das junger Teenager beim Einlass zum allerletzten TakeThat Konzert. Dies erklärt auch das Bild mit der ungläubig dreinschauenden Frau! Da wir trotz ewig langen
Wartens kein “freies Schussfeld“ für ein nettes Foto bekamen habe ich mich dann einfach zu der netten Chinesin dazugestellt. Ein kleines Problem an diesem Tag war allerdings meine Reifenwahl. Ich hatte mit meinen Mostros leider die falschen Slicks aufgezogen und rutschte auf den feuchten und glitschigen Treppen herum, wie Alonso in Shanghai auf seinem Renault! Trotz einiger unsanfter Hinterteillandungen (A-Note: 3,2 / B-Note: 2,8) ist mir aber natürlich nix passiert und wir kletterten fröhlich weiter durch das beeindruckende Steingebirge. Besonders schön waren hierbei die Abschnitte
, in denen ein See zwischen Felsen auftauchte.Am Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Kunming, wo wir erstmals eine der berühmten chinesischen Zockerhallen fanden. Die chinesiche Jugend spielt hier wie verrückt Onlinegames wie z.B. World of Warcraft untereinander. Besonders interessant war hierzu letztens ein spiegelonline Bericht (darf ich hier links posten??? :-/) in dem stand, dass chinesische Jugendliche gegen Geld ein Spiel bis zu einem gewissen Punkt durchdaddeln und dann das upload an einen reichen Spieler aus dem Westen verkaufen.
Anscheinend soll das hier schon ein richtiger Industriezweig sein, in dem Millionen umgesetzt werden. (wen es interessiert kann ja mal beim spiegel recherchieren). Nun aber zur ominösen Zuggeschichte. Wie berichtet dauerte unsere Zugfahrt laut Fahrschein von Kunming nach Guilin nur 11h, was aufgrund der eingeplanten 20h super schnell wäre. Aufgrund dessen, dachten wir auch es wäre kein Problem den hardseater Zug zu nehmen, weil wir die Zeit schon irgendwie herum bekommen würden. Am Abend im Zug kam dann die Überraschung: 6:50 wie auf dem Ticket stand war nicht die Ankunftszeit,
sondern unsere Sitzplatznummer!!! Neue Ankunftszeit (surprise!) 17:30Uhr – was dann doch einen kleinen Unterschied machte. Das alles auch noch in der chinesischen Holzklasse mit ca. 300 Chinesen pro Wagen, anstatt denen nach TÜV zugelassenen 80Personen!!! Das nenne ich mal einen wahren Einblick von Land und Leute bekommen. Am Anfang war alles noch recht human, dem Steissbein ging es gut, alles saßen auf ihren Plätzen, alle benahmen sich wie Menschen. Aber dann fing es damit an, dass unser Gegenüber permanent auf den Boden (des Zuges – nicht raus oder in die Botanik!!!) rotzte – dolby 5.1.Stereo Rotz Sound inklusive, in unsere Reihe noch ein Chinese saß, sodass aus 3 regulären Sitzplätzen für Chinesen, 4 Sitzplätze für zwei Chinesen und zwei Westler wurde. Der Knaller war allerdings ein Typ, der sich unter der Sitzbank über Nacht für 7h zum Schlafen legte! – auf unserer gegenüberliegenden Bank saßen übrigens nun 5 Leute auf der Bank und im Zug wurde es auch immer kuscheliger bzw. voller. Nach ca. 21h und gefühlten 5Tagen kamen wir dann mit ordentlich Rückenschmerzen in Guilin an, von wo es morgen wieder Neues zu berichten gibt.

1 Comments:
Hi Micha
also nicht dass du denkst ich lese hier nichts. Und ob. Ich bin jedes mal sehr fasziniert. Beeindruckend sind auch die Bilder die du gemacht hast, und wir würden gerne wenn du wieder da bist alle sehen. ich finde alles sehr spannend und freue mich auf mehr.
Bis bald
nico
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Nico, at 3:18 AM
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