Micha in China

Friday, November 10, 2006

Nordkorea

Bevor weitere Irritationen entstehen gleich die Facts:Letztes Wochenende haben wir einen spontanen Abstecher an die Chinesisch - Nordkoreanische Grenze bei Dandong gemacht und bis auf einen kleinen Schusswechsel ist auch absolut nix passiert. Selbst der als “dramatisch“ beschriebene Schusswechsel entpuppte sich als absolut harmlose Schießübung auf einem entfernten Truppenübungsplatz.
Aber der Reihe nach: Wir hatten uns spontan dazu entschlossen einen Kurztrip über das Wochenende zu unternehmen und entschieden und dafür über Yantai und Dalian nach Dondeng aufzubrechen. Zuerst ging es mit dem Bus ins beschauliche Yantai, um von dort mit der Fähre nach Dalian überzusetzen. Die Fahrt dauerte über Nacht knappe 6h und war im 8er Dorm dank der sägenden Mitbewohner nicht wirklich entspannend. Dalian entschädigte hierfür umso mehr - die sehr russisch geprägte Stadt überzeugte durch eine angenehme Atmosphäre (kein typischer chin. Großstadtstress), eine sehr schöne und moderne Innenstadt und vorallem durch die exorbitante Anzahl hochpreisiger Autos!!! Jetzt weiss ich endlich wo alle unsere in Deutschland geklauten BMW X5 hingehen! Nach einem ganzen Tag in Dalian ging es dann abends nach Dandong. Die Grenzstadt zu Nordkorea, ist einer der wenigen im Moment noch “offenen“ Grenzübergänge nach Nordkorea.
Am Grenzfluß erstmal angekommen – (unbegründete) Entäuschung aufgrund falscher Erwartungen, denn: Es war einfach alles viel zu schön und definitiv nicht so trist, grau und neblig wie man es (dank dem letzten James Bond) vorgestellt hatte! Ausser den schon erwähnten Schüssen gab es keinerlei Grund zur Beunruhigung und auf der alten, ´57 von den Amis zerstörten Friendship Brücke kam man dann bis auf ca. 10m an die nordkoreanische Grenze heran. Nach der Annäherung an Nordkorea ging es dann noch (einmal) auf die nahegelene und letzten Meter der chinesischen Mauer. Die Mauer einmal ganz ohne Menschen und in aller Ruhe zu sehen, hatte schon etwas. Ausserdem hatte man auf dem letzten Wachturm der Mauer einen genialen Blick sowohl nach Nordkorea als auch auf die Chinesische seite! Ich muss ehrlich gesagt zugeben, dass die koreanische Seite aufgrund ihrer unberührten Natur deutlich schöner war als die chinesische. Der 16-stündige Rückweg war dann aufgrund einer 4stündigen Verspätung der Fähre etwas zäh, aber der Weekendtrip an sich hat auf jeden Fall gelohnt und war absolut genial…!

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